Hin-weg-laufen

Ein vertrauter Weg unter alten Bäumen im spätsommerlichen Licht, mit einem Pavillon zwischen den Bäumen.

Heute Morgen zog es mich nach draußen.

Ich hätte auch das Auto zur Post nehmen können, denn ich brauchte nur schnell eine Briefmarke und wollte einen Brief wegbringen.

Ich lief.

Die Sonne im Rücken, durch unseren kleinen Ort. Es war frisch, aber nicht kalt. Angenehm belebend und … kann es sein, dass es schon leicht nach Herbst roch?

Das goldene Leuchten der Sonne durch das Blätterdach versprach einen hellen, freundlichen Tag. Trotzdem lockte es mich nicht, ans Freibad zu denken.

Ich lief Wege, die ich schon oft mit mittlerweile weit entfernten Lieblingsmenschen gegangen bin. An verwinkelten Ecken, bekannten Bäumen und vertrauten Bachstellen erinnerte ich mich an die allerschönsten Momente mit diesen Lieblingsmenschen.

Ich fragte mich, ob diese Menschen auch noch ab und an daran denken würden.

Viele Jahre gingen wir diesen Weg gemeinsam.

Heute gehe ich diesen Weg alleine – zum allerersten Mal seit genau einem Jahr.

Vielleicht war das zu spontan. Vielleicht war es zu früh. Oder vielleicht musste das einfach nicht sein und war unüberlegt. Vielleicht hätte ich nicht alleine gehen sollen.

Ich denke, Zeiten kommen und gehen. Manche kommen nicht zurück.

Wir können sie nur im Herzen bewahren. Sie wertschätzen. Behüten.

Das Laufen, also die Bewegung, tat dennoch gut. Das Licht auf meinem Gesicht, als ich auf dem Rückweg der Sonne entgegenlief.

Im Ort gibt es bald eine Kirmes. Ich lief durch die geschlossenen und halb aufgebauten Stände.

Es soll Musik geben, abends.

Nehme ich mir einen Lieblingsmenschen mit, so denke ich.

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