So einfach. Und irgendwie so wahr.
Ich liebe den ersten Biss in einen herrlich kühlen, saftigen Apfel. Dieses unverwechselbare Knacken. Manchmal sauge ich nach dem Abbeißen noch kurz am Apfel, damit der Saft nicht über die Finger oder aufs T-Shirt läuft. Es sind diese kleinen Momente, die man gar nicht bewusst plant und die sich trotzdem ein Leben lang nicht verändern.
Wenn ich an Äpfel denke, denke ich gleichzeitig an meine Kindheit.
Mit großen Augen beobachtete ich Pferde und Schafe, die einen ganzen Apfel mit einem einzigen Bissen zermalmten. Faszinierend. Ich saß im Garten und schaute Wespen dabei zu, wie sie mit ihren winzigen Mundwerkzeugen kleine Stückchen aus meinem Apfel schnitten und anschließend schwer beladen davonflogen.
Meine Oma brachte im Sommer oft eine Schale mit frisch geschnittenen Apfelspalten in den Garten. Eine andere Oma zeigte mir während einer Zugfahrt, wie man einen Apfel fast vollständig essen kann – sogar das Kerngehäuse. Am Ende blieb nur noch der Stiel, der „Pinsel“, mit dem wir uns lachend gegenseitig über die Wange strichen. Solche Erinnerungen vergisst man nicht.
Auch als Jugendliche gehörten Äpfel für mich ganz selbstverständlich dazu. Ein guter Freund hatte immer einen Apfel in seiner Tasche. Wenn mein Vater und ich in den Bergen oder Wäldern unterwegs waren, lagen bei jeder Rast Äpfel im Rucksack. Und ehrlich gesagt hat sich daran bis heute kaum etwas geändert.
In meiner Küche sind immer Äpfel zu finden. Fehlen sie einmal, stehen sie spätestens beim nächsten Einkauf wieder ganz oben auf der Liste. Morgens gehören sie in meinen Smoothie. Aus den Äpfeln unseres Gartens koche ich Apfelmus oder backe Apfelkuchen. Für Ausflüge wandern meist ein paar Äpfel mit in die Tasche – am besten gut eingewickelt, damit sie keine Druckstellen bekommen. Und meine Meerschweinchen freuen sich jedes Mal über den übrig gebliebenen Apfelrest aus dem Smoothie.
Ganz nebenbei bringen Äpfel auch einiges mit, was unserem Körper guttut. Sie enthalten Ballaststoffe und Vitamin C und passen wunderbar zu einer ausgewogenen Ernährung. Vielleicht heißt es deshalb schon seit Generationen:
„An apple a day keeps the doctor away.“
Ob dieser Spruch wirklich der Grund dafür ist, dass ich so selten krank bin? Das kann ich natürlich nicht sagen.
Was ich aber sicher weiß, ist etwas anderes.
Ein Apfel ist für mich weit mehr als nur Obst. Er erinnert mich an meine Familie, an Wanderungen, an Sommer im Garten und an all die kleinen Augenblicke, die das Leben so besonders machen.
Vielleicht schmeckt er deshalb für mich bis heute ein bisschen nach Zuhause.