Kategorie: Blick auf den Tag

Jeder Tag hält kleine Momente bereit, die uns stärken, berühren oder zum Nachdenken anregen können. Hier teile ich Gedanken, Erfahrungen und Inspirationen aus dem Alltag – vielleicht ist auch heute etwas dabei, das Dich begleitet.

  • Kleine Erfolge feiern

    Kleine Erfolge feiern

    Ich möchte Erfolge würdigen.

    Nicht, um das große Ziel aus den Augen zu verlieren, sondern weil jeder einzelne Schritt bereits Teil des Weges ist.

    Oft höre ich den Satz: „Feiere kleine Erfolge, aber verliere das Ziel nicht aus den Augen.“ Er klingt zunächst sinnvoll. Und doch frage ich mich, ob der zweite Teil nicht manchmal die Freude über den gerade erreichten Schritt wieder etwas kleiner macht.

    Wenn wir einen Erfolg erleben, dürfen wir ihn doch einfach genießen.

    Vielleicht fühlen wir uns danach ein wenig mutiger. Ein wenig stabiler. Ein wenig reflektierter. Vielleicht entdecken wir Fähigkeiten in uns, die wir vorher gar nicht gesehen haben.

    Das große Ganze – meine Träume, meine Werte oder das, worauf es mir im Leben wirklich ankommt – trage ich ohnehin in mir. Genau deshalb bewege ich mich ja Schritt für Schritt darauf zu.

    Jede Etappe macht den neuen Zustand ein Stück vertrauter.

    Heute Morgen zog es mich in den Wald.

    Ich suchte Bewegung und gleichzeitig Entspannung.

    Dort wird mir immer wieder bewusst, dass der Wald etwas viel Größeres ist als ich selbst. Ich nehme seine Vielfalt wahr, seine Kraft und seine Ruhe. Alles scheint seinen Platz zu haben. Alles wirkt im Gleichgewicht.

    Ich lasse mich von den Gerüchen tragen, beobachte das wechselnde Licht zwischen den Bäumen und die vielen Grüntöne des Waldes.

    Zwei Rehkitze nehmen mich kaum wahr. Und ich sie ebenso wenig.

    Während dieser Zeit im Wald entsteht etwas Besonderes.

    Innerer Frieden.

    Vertrauen.

    Glücksgefühl.

    Dieser Moment vergeht.

    Doch er hinterlässt etwas in mir.

    Vielleicht genau deshalb suche ich solche Momente immer wieder bewusst auf.

    Denn jeder einzelne von ihnen macht den Menschen, der ich sein möchte, ein kleines Stück stärker.

  • Im Rhythmus des Morgens

    Im Rhythmus des Morgens

    Meine Mutter hing einst einen Zeitungsartikel in unserer Küche auf: „Schlauer in Mathe durch Frühstück.“

    In Mathe war ich als Jugendliche allerdings eher so: Ist es zu einfach, ist es falsch. Dort fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass das Wort „ungenügend“ erstaunlich lang ist. Meine Noten änderte das Frühstück jedenfalls nicht – obwohl ich ohnehin jeden Morgen gerne frühstückte.

    Mein Vater weckte mich rechtzeitig, sodass ich noch in Ruhe an unserem kleinen Küchentisch sitzen konnte. Während meine Oma geschäftig durch die Küche wuselte, standen für uns Kinder immer viele gute Lebensmittel bereit: frisches Obst, Cerealien, selbstgebackenes Brot und verschiedener Aufschnitt. Es war ganz selbstverständlich, den Tag gemeinsam mit einem Frühstück zu beginnen.

    Viele Jahre später, während meines Sportstudiums, sah mein Morgen ganz anders aus. Bei bis zu sieben aktiven Sportstunden am Tag verlangte mein Körper nach deutlich mehr Energie. Zuhause gab es meist Brot oder Haferflocken. Obst für unterwegs mitzunehmen war dagegen schwierig. Entweder passte es nicht mehr in meine Tasche oder es kam zerdrückt zwischen Heften und Ordnern an und hinterließ dort einen ganz eigenen Duft.

    Also kaufte ich mir einen Mixer.

    Mittlerweile ist es bereits der dritte. Ohne ihn möchte ich eigentlich nicht mehr sein. Ein Pürierstab funktioniert zwar auch, aber längst nicht so unkompliziert.

    Die Zutaten meines Frühstücks haben sich über die Jahre immer wieder verändert – und wahrscheinlich werden sie das auch weiterhin tun. Sie richten sich nach meinem Geschmack, meinen aktuellen Bedürfnissen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und natürlich nach der Jahreszeit.

    Im Moment schmeckt und tut mir diese Mischung besonders gut:

    Milch, Quark, Haferflocken, Leinöl, Wasser, gemahlene Haselnüsse, ein Apfel mit Schale, eine Banane (ohne Schale ;D), Beeren

    Früher dachte ich, Frühstück sei einfach die erste Mahlzeit des Tages. Heute empfinde ich es als einen ruhigen Beginn. Ich nehme mir bewusst Zeit, meinen Körper mit dem zu versorgen, was er gerade braucht. Nicht jeder Morgen sieht gleich aus – und genau das macht für mich den Rhythmus des Lebens aus.

    Ob Frühstück tatsächlich schlauer in Mathe macht, weiß ich bis heute nicht. Mir schenkt es aber etwas anderes: einen guten Start in den Tag.

  • Der Boden trägt Dich

    Der Boden trägt Dich

    Schwere ist nicht nur Belastung. Schwere gibt Halt. Sie verbindet uns mit dem Boden und macht uns spürbar. Gedanken können unsere Muskelspannung und damit unsere innere Balance beeinflussen. Manchmal beginnt Entspannung genau dort, wo wir lernen, unser Gewicht bewusst loszulassen.

    Wieviel Gewicht ein entspannter Körper tatsächlich hat, wurde mir bewusst, als ich beim Rettungsschwimmerkurs meine Partnerin „bewusstlos“ aus dem Wasser ziehen sollte. Es gibt hierfür bestimmte Griffe, um einen schlaffen Körper aus dem Wasser herausziehen zu können. Wenn keine Gedanken und Erwartungen des Gehobenen den Hebenden unterstützen, wirkt der Körper spürbar schwerer.

    Muskelentspannungsübungen praktiziere ich schon seit über 15 Jahren. Ich war ein sehr aktives, lebendiges Kind. Ständig auf Bäumen und Mauern unterwegs. Rennen gab mir das Gefühl vom Fliegen – und ich war richtig schnell.

    Mein Muskeltonus, so sagte mir einst ein Orthopäde, als ich ihn von Rückenschmerzen geplagt und ratlos aufsuchte, sei sehr hoch. Also eine gesunde Grundspannung? Nein, eher überdurchschnittlich – und damit war meine Balance bereits aus dem Gleichgewicht geraten.

    Das ist inzwischen über zwanzig Jahre her.

    Wärmeflaschen, Kirschkernkissen, Wärmepflaster, Massagen, muskelentspannende Medikamente, Spritzen. Als mein Hausarzt mir mit 24 Jahren Morphium geben wollte, war für mich klar: So geht es nicht weiter. Ich ahnte, dass dieser Weg für mich nicht der richtige sein würde, und lehnte ab.

    Ich kam in ein Reha-Zentrum. Wegen guter Führung durfte ich sogar eine Woche länger bleiben als geplant. Dort lernte ich etwas, das mich bis heute begleitet: das gesunde Maß zwischen Anspannung und Entspannung.

    Ein langer Weg liegt inzwischen hinter mir. Jahr für Jahr wurden die Schmerzen weniger.

    Heute weiß ich, was ich damals noch nicht verstehen konnte.

    Ich habe einen starken Geist und eine lebendige Vorstellungskraft. Mein Körper reagiert zuverlässig auf meine Gedanken. Bin ich im Kopf konzentriert, geht mein Körper automatisch mit. Damit meine Muskeln und mein Skelett auch einmal Pause und Regeneration bekommen, muss ich ganz bewusst in die Schwere gehen. Von allein passiert das – zumindest bei mir – nicht.

    Vor kurzer Zeit durfte ich von einer beeindruckenden Frau eine einfache Übung kennenlernen, die sich wunderbar in den Alltag integrieren lässt. Man muss dafür weder liegen noch sitzen.

    Gewicht an den Boden abgeben.

    Egal, ob ich gerade stehe oder gehe.

    Die Grundspannung in meinen Waden lässt nach. Meine Schultern sinken Richtung Boden. Ich spüre ganz bewusst den Untergrund unter meinen Fußsohlen. Mit jedem Schritt gebe ich ein wenig Gewicht ab. Wie eine Katze, die mit ihren Samtpfoten sanft in warmen Sand einsinkt.

    Der Boden trägt mich.

    Immer.

    Zuverlässig.

    Ich muss mich nicht auf der Erdoberfläche festklammern. Ich darf Gewicht abgeben.

    Ich spüre Vertrauen in die Erde.

    Ich bin geerdet.

    Ein tiefer Atemzug.

    Sorgen ausatmen.

    Ich werde vom Boden getragen.

  • An apple a day keeps the doctor away

    An apple a day keeps the doctor away

    So einfach. Und irgendwie so wahr.

    Ich liebe den ersten Biss in einen herrlich kühlen, saftigen Apfel. Dieses unverwechselbare Knacken. Manchmal sauge ich nach dem Abbeißen noch kurz am Apfel, damit der Saft nicht über die Finger oder aufs T-Shirt läuft. Es sind diese kleinen Momente, die man gar nicht bewusst plant und die sich trotzdem ein Leben lang nicht verändern.

    Wenn ich an Äpfel denke, denke ich gleichzeitig an meine Kindheit.

    Mit großen Augen beobachtete ich Pferde und Schafe, die einen ganzen Apfel mit einem einzigen Bissen zermalmten. Faszinierend. Ich saß im Garten und schaute Wespen dabei zu, wie sie mit ihren winzigen Mundwerkzeugen kleine Stückchen aus meinem Apfel schnitten und anschließend schwer beladen davonflogen.

    Meine Oma brachte im Sommer oft eine Schale mit frisch geschnittenen Apfelspalten in den Garten. Eine andere Oma zeigte mir während einer Zugfahrt, wie man einen Apfel fast vollständig essen kann – sogar das Kerngehäuse. Am Ende blieb nur noch der Stiel, der „Pinsel“, mit dem wir uns lachend gegenseitig über die Wange strichen. Solche Erinnerungen vergisst man nicht.

    Auch als Jugendliche gehörten Äpfel für mich ganz selbstverständlich dazu. Ein guter Freund hatte immer einen Apfel in seiner Tasche. Wenn mein Vater und ich in den Bergen oder Wäldern unterwegs waren, lagen bei jeder Rast Äpfel im Rucksack. Und ehrlich gesagt hat sich daran bis heute kaum etwas geändert.

    In meiner Küche sind immer Äpfel zu finden. Fehlen sie einmal, stehen sie spätestens beim nächsten Einkauf wieder ganz oben auf der Liste. Morgens gehören sie in meinen Smoothie. Aus den Äpfeln unseres Gartens koche ich Apfelmus oder backe Apfelkuchen. Für Ausflüge wandern meist ein paar Äpfel mit in die Tasche – am besten gut eingewickelt, damit sie keine Druckstellen bekommen. Und meine Meerschweinchen freuen sich jedes Mal über den übrig gebliebenen Apfelrest aus dem Smoothie.

    Ganz nebenbei bringen Äpfel auch einiges mit, was unserem Körper guttut. Sie enthalten Ballaststoffe und Vitamin C und passen wunderbar zu einer ausgewogenen Ernährung. Vielleicht heißt es deshalb schon seit Generationen:

    „An apple a day keeps the doctor away.“

    Ob dieser Spruch wirklich der Grund dafür ist, dass ich so selten krank bin? Das kann ich natürlich nicht sagen.

    Was ich aber sicher weiß, ist etwas anderes.

    Ein Apfel ist für mich weit mehr als nur Obst. Er erinnert mich an meine Familie, an Wanderungen, an Sommer im Garten und an all die kleinen Augenblicke, die das Leben so besonders machen.

    Vielleicht schmeckt er deshalb für mich bis heute ein bisschen nach Zuhause.

  • Wasser – das Elixier des Lebens

    Wasser – das Elixier des Lebens

    Beitrag

    Eigentlich musste ich mich noch nie daran erinnern, genügend zu trinken. Zwischen eineinhalb und zwei Litern Wasser begleiten mich ganz selbstverständlich durch den Tag. Ein weiterer Teil der Flüssigkeit steckt ohnehin in unserer Nahrung.

    Am liebsten trinke ich frisches, kühles Wasser mit Kohlensäure. Dieses angenehme Prickeln gehört für mich einfach dazu. Nur wenn ich einmal Wasser direkt aus einer Naturquelle trinken darf, genieße ich es genauso – auch ohne Kohlensäure. Wobei es in Daun in der Eifel sogar eine Quelle gibt, die ganz natürlich prickelt.

    In meinem Freundes- und Bekanntenkreis erlebe ich oft das Gegenteil. Viele Menschen trinken zu wenig. Sie stellen sich Erinnerungen auf dem Handy ein, nutzen Apps oder überlegen ständig, wie sie sich selbst zum Trinken motivieren können.

    Für mich fühlt sich Wasser anders an.

    Es ist etwas, das ich meinem Körper bewusst schenken möchte. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich leben möchte.

    Meine Mutter sagte früher oft:
    „Alles Leben kommt aus dem Wasser.“

    Dieser Satz ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.

    Ich mache regelmäßig Sport und komme dabei ordentlich ins Schwitzen. Auch im Alltag schwitze ich eher schnell. Deshalb merke ich meistens von selbst, wann mein Körper nach Wasser verlangt.

    Unser Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser, unser Gehirn sogar zu einem noch größeren Anteil. Milliarden von Zellen arbeiten jeden Tag für uns – und sie können ihre Aufgaben nur dann gut erfüllen, wenn sie ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden.

    Wenn ich merke, dass es Zeit für ein Glas Wasser ist, trinke ich eins. Habe ich richtig Durst, dürfen es auch zwei sein.

    Der wichtigste Gedanke kommt für mich aber zum Schluss.

    Ich muss nicht trinken. Ich möchte ausreichend trinken. Für mich. Weil ich mich liebe und gut auf mich aufpasse.

  • Der liebevolle Gedankenstopp

    Der liebevolle Gedankenstopp

    Am wohlsten fühle ich mich, wenn das Leben gerade leicht ist. Wenn die frische Luft durchs Gesicht streicht, Musik mich heiter stimmt und der Moment einfach nur schön sein darf.

    Und doch gibt es da etwas, das mich immer wieder beschäftigt: Gedankenschleifen.

    Plötzlich taucht ein Szenario in meinem Kopf auf, das mich im Moment überfordert. Es dreht sich im Kreis, wiederholt sich immer wieder und scheint lauter zu sein als das Radio oder die Gespräche der Menschen um mich herum.

    Wenn ich in diesem Augenblick keine Lösung habe oder dieses Thema gerade bewusst nicht bearbeiten möchte, erinnere ich mich an einen Satz einer klugen Frau, der mich bis heute begleitet:

    „Wenn dir der Gedanke gerade nicht gut tut, lass ihn weg.“

    Dieser Satz bedeutet für mich nicht, Probleme zu verdrängen oder naiv durchs Leben zu gehen. Ganz im Gegenteil.

    Es gibt viele passende Momente, um über schwierige Themen nachzudenken – alleine, im Gespräch mit vertrauten Menschen oder ganz bewusst mit Papier und Stift. Aber nicht jeder Augenblick muss dafür herhalten.

    Wenn ich abends im Bett liege, bei der Arbeit bin, mich entspannen möchte oder einen Spaziergang durch die Natur genieße, dann darf dieser Moment auch einfach genau das sein.

    Meine erste Erkenntnis war deshalb überraschend einfach:

    Ich habe Gedankenschleifen.

    Und genau diese Erkenntnis war der erste Schritt. Denn erst wenn wir etwas erkennen, können wir entscheiden, wie wir damit umgehen möchten.

    Heute schenke ich mir manchmal einen liebevollen Gedankenstopp. Nicht, weil das Thema unwichtig ist, sondern weil der richtige Zeitpunkt genauso wichtig ist wie die Lösung selbst.

  • Wenn ein Frühstück mehr ist als nur eine Mahlzeit

    Wenn ein Frühstück mehr ist als nur eine Mahlzeit

    Die Nacht war seltsam. Ich hatte das Gefühl, gar nicht richtig geschlafen zu haben. Irgendwann spürte ich meine Katze über meinen Rücken laufen. Sie kam bis zu meinem Kopf, schmiegte ihren an meinen und ließ sich ausgiebig kraulen.

    Nach dieser Nacht brauchte ich ein Frühstück, das mich stärkt. Ich wollte nicht einfach nur essen, sondern die Zubereitung bewusst genießen. Zeit hatte ich genug – es war noch nicht einmal sechs Uhr.

    Ein gutes Körnerbrot, etwas selbstgemachte Kräuterbutter vom Grillabend am Wochenende, frische Tomaten- und Pilzscheiben und – das Beste daran – eine Scheibe Käse, die langsam schmelzen durfte.

    Mit der ersten Morgensonne auf der Terrasse zu sitzen, jeden Bissen bewusst zu genießen und den Tag ganz ohne Eile beginnen zu lassen – genau das hat mir heute gutgetan.

    Manchmal braucht es gar nicht viel. Ein ruhiger Moment, ein liebevoll zubereitetes Frühstück und die Wärme der Morgensonne reichen aus, damit sich eine seltsame Nacht langsam auflöst.

  • Heute schwelge ich in Erinnerungen an das letzte Wochenende

    Heute schwelge ich in Erinnerungen an das letzte Wochenende

    Montagmorgens nehme ich mir gerne etwas Zeit im Bett.

    Mit einer großen Tasse Cappuccino setze ich mich auf und lasse meinen Blick über das frische Grün schweifen, das ich durch die Terrassentür sehe.

    Dabei denke ich an das vergangene Wochenende: an die Menschen, denen ich begegnet bin, an unsere Gespräche und an die Gefühle, die mich dabei begleitet haben.

    Auch die Dinge, die ich geschafft oder erlebt habe, kommen mir wieder in den Sinn.

    So tanke ich an diesem Montagmorgen noch einmal von der Harmonie des Wochenendes.

    Die glücklichen Momente dürfen nachklingen und schenken mir Kraft für die neue Woche.