Schlagwort: Wohlfühlen

  • Balance der Woche #006 – Der liebevolle Gedankenstopp

    Balance der Woche #006 – Der liebevolle Gedankenstopp

    Nicht jeder Gedanke, der anklopft, braucht genau jetzt unsere Aufmerksamkeit.

    Manche Gedanken sind hartnäckig.

    Sie tauchen beim Frühstück auf, begleiten uns bei der Arbeit oder melden sich ausgerechnet dann, wenn wir eigentlich einen ruhigen Moment genießen möchten.

    Vielleicht handelt es sich um etwas, das wir noch klären müssen. Eine Sorge. Ein Gespräch. Eine Entscheidung. Oder einfach um eine Situation, die sich in unserem Kopf immer wiederholt.

    Doch nur weil ein Gedanke gerade auftaucht, müssen wir ihm nicht automatisch folgen.

    Wir dürfen entscheiden, wann wir uns mit etwas beschäftigen möchten.

    Genau das möchte ich Dich diese Woche ausprobieren lassen.

    Dein Wellenimpuls

    Beim liebevollen Gedankenstopp geht es nicht darum, einen Gedanken wegzudrücken oder so zu tun, als wäre er unwichtig.

    Du darfst ihn bemerken.

    Und dann einen Moment prüfen:

    Braucht dieser Gedanke mich wirklich jetzt?

    Vielleicht lautet Deine Antwort manchmal: Ja.

    Und manchmal darf sie auch lauten:

    Nicht jetzt. Später.

    Mit diesem Wellenimpuls kannst Du beobachten, wie es sich anfühlt, einem Gedanken nicht automatisch weiterzuverfolgen und Deine Aufmerksamkeit wieder dem Moment zuzuwenden, in dem Du gerade bist.

    Vielleicht entdeckst Du dabei, dass zwischen einem Gedanken und Deiner Reaktion darauf ein kleiner Raum entstehen kann.

    Und dass Du manchmal selbst entscheiden darfst, womit Du ihn füllst.

    Bis nächste Woche.

  • Putztag

    Putztag

    Einmal in der Woche ist Großputz angesagt.

    Dann ist es Zeit für Böden wischen, Teppiche ausklopfen und Staubwischen.

    Spätestens, wenn mich zum dritten Mal auf meinem Parkett ein Wollhaarknäuel der Katzen beim Laufen überholt, wird es Zeit für den Großputz.

    Über drei Etagen, über 100 Quadratmeter, durch sieben Zimmer und drei Badezimmer. Reichlich Platz für Staub, der sich bei uns ablagern möchte.

    Bei mir muss nicht alles so ordentlich sein, dass man immer alles direkt wegräumen muss. Die kreativen Flächen – Sofa, Schreibtisch, Basteltisch, Nähzimmer – dürfen auch zeigen, dass sie aktuell ein Projekt beherbergen.

    Aber klinisch rein mögen wir es schon.

    Also wird viel Wasser benutzt und sinnvoll von oben nach unten gearbeitet. Fenster und Türen werden weit geöffnet, um dem Staub den Weg nach draußen zu zeigen. Kissen und Decken werden entweder gewaschen oder draußen ausgeklopft.

    Alle Oberflächen werden gewischt: Türrahmen, Bilderrahmen, Regale, Lampen.

    Die Ecken der Treppen werden ausgewischt. Ich klettere auf Stühle, um auf den Schränken zu wischen.

    Putze ich alleine, läuft schöne Musik dabei. Und putzen wir gemeinsam, dann sind wir wie ein kleiner blitzblanker Tornado im Haus.

    Nach spätestens drei Stunden glänzt das Haus – und wir müssen duschen.

    Es gibt kaum ein entspannteres Gefühl, das man sich so bequem jede Woche selbst geben kann: frisch geduscht in einer sauberen Umgebung auf dem Sofa liegen.

  • Den Kopf frei rätseln

    Den Kopf frei rätseln

    Es gibt für mich eine sehr effektive Möglichkeit, mich von schwierigen Themen abzulenken.

    Vor einem Jahr war ich noch ein richtiger Rätselanfänger. Wörter finden, Sudoku und Schüttelrätsel waren meine Favoriten. Diese Rätsel konnte ich beeindruckend schnell lösen.

    Ein Jahr später traue ich mich auch an Schwedenrätsel. Hier sind Allgemeinwissen und manchmal sehr spezielle Themen gefragt. Mittlerweile weiß ich einiges über die Bibel, Geografie oder Medien – zwangsläufig. Ein halb ausgefülltes Rätsel fühlt sich einfach nicht richtig an. Gut, dass es Lösungen gibt. Und schön, wenn sich Begriffe wiederholen und sich Wissen ganz nebenbei verfestigt.

    Das angeeignete Wissen ist jedoch gar nicht das Wichtigste, wenn ich mein dickes Rätselbuch aufschlage.

    Das gemeinsame Knobeln mit meinem Lieblingsmenschen, die vielen lustigen Momente und das bewusste Ablenken – genau das finde ich zwischen den Rätseln.

    Denn wenn ich über Nebenflüsse, Synonyme oder Hauptstädte nachdenke, ist kein Platz mehr für schwere Gedanken.

  • Fundstücke

    Fundstücke

    Sommer.

    Der Rhein hat seinen historischen Tiefstand erreicht.

    Es zieht uns nach draußen. Mit dreien meiner Lieblingsmenschen schlendere ich durch die Natur – mehr fokussiert als zielorientiert.

    Im Gepäck befinden sich frische, kühle Weintrauben, zarte Butterkekse, lockeres Sauerteigbrot und reichlich prickelndes Wasser.

    Wir pflücken reife, überreife und auch noch unreife Brombeeren. Wir empfinden die trockengelegten Algen als bizarr. Lassen uns gerne vom starken Wind erfassen und uns die Haare durcheinanderwirbeln.

    Wir lachen, staunen und genießen.

    Wir suchen, entdecken und kreieren.

    Ein langer Tag, der viel zu schnell zu Ende ging.

    Erfüllt und taub vor Glück lehnen wir uns am Abend zurück und verschwenden unsere Zeit mit den allerschönsten Momenten des Tages. Wir lassen sie nachklingen, denn es gibt nichts anderes zu tun.

    Ein paar Momente später erfasst uns dieses Glück erneut, als wir den Rucksack leeren und Muscheln, Steine, Federn und jede Menge Sand in unseren Händen halten.

    Das war ein bleibender Moment.

  • Ich denke an Dich

    Ich denke an Dich

    Ich habe das große Glück, mit einigen meiner Lieblingsmenschen zusammenzuleben.

    Wir begegnen uns im Alltag, leben nebeneinander her und gehen unseren eigenen oder gemeinsamen Aktivitäten nach. Auch wenn einer meiner Lieblingsmenschen gerade unterwegs ist, wissen wir mit Sicherheit, dass dieser Mensch wiederkommen wird. Darüber hinaus ist grundlegendes Vertrauen eine Gewissheit, die wir nicht ständig prüfen müssen und die uns innere Ruhe schenken kann.

    So sehr ich auch dafür bin, dass jeder Mensch für sich selbst stehen und eine eigenständige Persönlichkeit sein darf, so glaube ich doch, dass wir alle das Bedürfnis haben, Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen und zu pflegen. Zumindest kenne ich das Gefühl des Alleinseins, das – wenn man sich lange damit beschäftigt – leicht in Einsamkeit übergehen kann.

    Wie schön, erfüllend und bestätigend ist da ein kleiner Impuls unserer Lieblingsmenschen, der uns zeigt, dass wir ihnen wichtig sind.

    Einer meiner Lieblingsmenschen ist ein Meister darin, Nähe und Verbindung entstehen zu lassen.

    Kleine Nachrichten, die auf dem Küchentisch oder an meiner Kinderzimmertür hingen, waren schon in meinem Elternhaus Gang und Gäbe.

    „Viel Erfolg bei der Mathearbeit.“
    „Im Kühlschrank ist noch Joghurt.“
    „Bin im Museumsgarten. Gegen 13 Uhr zurück.“

    So und viele weitere.

    Nicht bloß informativ – auch herzlich.

    Er hat an mich gedacht, obwohl ich gar nicht da war. Er hat für mich mitgedacht. In diesem Moment spüre ich: Ich bin ihm wichtig.

    Meist stehe ich später auf als mein Lieblingsmensch. Im Bett tappt meine Hand ins Leere. Ich gehe meiner Morgenroutine nach.

    Dann entdecke ich in der Küche – auf dem Schrank, dem Esstisch oder der Küchenzeile – einen kleinen, manchmal auch größeren Zettel.

    Kleine Zeichnungen: eine Sonne, ein zwinkernder Smiley, ein Herz.

    Symbole.

    Und Symbole tragen Bedeutung in sich. Sie stehen für Gedanken, Erinnerungen oder Gefühle.

    Dieses Gefühl spüre ich sofort.

    Meine Augen gehen der Schrift nach. Ein Lächeln legt sich auf meine Lippen. Ich lese die Nachricht noch einmal. Und noch einmal.

    Ich bin glücklich.

    Ich nehme mir einen Stift und schreibe zurück. Aus einer kleinen Nachricht entsteht eine Unterhaltung.

    Sinngemäß:

    „Ich denke an Dich.“

    „Du bist mir wichtig.“

    Danke, dass es Dich gibt.