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  • Balance der Woche #002 – Atem – Lebenshauch

    Balance der Woche #002 – Atem – Lebenshauch

    Dein Atem begleitet Dich jeden Moment – oft, ohne dass Du ihn bewusst wahrnimmst.

    Wir können unseren Atem beeinflussen.

    Und wir können ihm auch einfach vertrauen.

    Diese Woche möchte ich Dich einladen, einen Moment stehen zu bleiben.

    Nicht, um Deinen Atem zu verändern.

    Sondern, um ihm aufmerksam zu begegnen.

    Dein Wellenimpuls

    Diese Woche darfst Du Deinen Atem neu entdecken.

    Nicht kontrollieren.

    Nicht bewerten.

    Einfach wahrnehmen.

    Drucke Dir den Wellenimpuls aus oder speichere ihn auf Deinem Tablet. Suche Dir einen ruhigen Ort und nimm Dir ein paar Minuten Zeit für Dich. Vielleicht überrascht Dich, wie viel Ruhe bereits in Deinem nächsten Atemzug steckt.

    Ich wünsche Dir viele kleine Momente des Innehaltens.

    Vielleicht wird aus einem bewussten Atemzug ein neuer Anker für Deinen Alltag.

    Bis nächste Woche.

  • Fundstücke

    Fundstücke

    Sommer.

    Der Rhein hat seinen historischen Tiefstand erreicht.

    Es zieht uns nach draußen. Mit dreien meiner Lieblingsmenschen schlendere ich durch die Natur – mehr fokussiert als zielorientiert.

    Im Gepäck befinden sich frische, kühle Weintrauben, zarte Butterkekse, lockeres Sauerteigbrot und reichlich prickelndes Wasser.

    Wir pflücken reife, überreife und auch noch unreife Brombeeren. Wir empfinden die trockengelegten Algen als bizarr. Lassen uns gerne vom starken Wind erfassen und uns die Haare durcheinanderwirbeln.

    Wir lachen, staunen und genießen.

    Wir suchen, entdecken und kreieren.

    Ein langer Tag, der viel zu schnell zu Ende ging.

    Erfüllt und taub vor Glück lehnen wir uns am Abend zurück und verschwenden unsere Zeit mit den allerschönsten Momenten des Tages. Wir lassen sie nachklingen, denn es gibt nichts anderes zu tun.

    Ein paar Momente später erfasst uns dieses Glück erneut, als wir den Rucksack leeren und Muscheln, Steine, Federn und jede Menge Sand in unseren Händen halten.

    Das war ein bleibender Moment.

  • Kleine Erfolge feiern

    Kleine Erfolge feiern

    Ich möchte Erfolge würdigen.

    Nicht, um das große Ziel aus den Augen zu verlieren, sondern weil jeder einzelne Schritt bereits Teil des Weges ist.

    Oft höre ich den Satz: „Feiere kleine Erfolge, aber verliere das Ziel nicht aus den Augen.“ Er klingt zunächst sinnvoll. Und doch frage ich mich, ob der zweite Teil nicht manchmal die Freude über den gerade erreichten Schritt wieder etwas kleiner macht.

    Wenn wir einen Erfolg erleben, dürfen wir ihn doch einfach genießen.

    Vielleicht fühlen wir uns danach ein wenig mutiger. Ein wenig stabiler. Ein wenig reflektierter. Vielleicht entdecken wir Fähigkeiten in uns, die wir vorher gar nicht gesehen haben.

    Das große Ganze – meine Träume, meine Werte oder das, worauf es mir im Leben wirklich ankommt – trage ich ohnehin in mir. Genau deshalb bewege ich mich ja Schritt für Schritt darauf zu.

    Jede Etappe macht den neuen Zustand ein Stück vertrauter.

    Heute Morgen zog es mich in den Wald.

    Ich suchte Bewegung und gleichzeitig Entspannung.

    Dort wird mir immer wieder bewusst, dass der Wald etwas viel Größeres ist als ich selbst. Ich nehme seine Vielfalt wahr, seine Kraft und seine Ruhe. Alles scheint seinen Platz zu haben. Alles wirkt im Gleichgewicht.

    Ich lasse mich von den Gerüchen tragen, beobachte das wechselnde Licht zwischen den Bäumen und die vielen Grüntöne des Waldes.

    Zwei Rehkitze nehmen mich kaum wahr. Und ich sie ebenso wenig.

    Während dieser Zeit im Wald entsteht etwas Besonderes.

    Innerer Frieden.

    Vertrauen.

    Glücksgefühl.

    Dieser Moment vergeht.

    Doch er hinterlässt etwas in mir.

    Vielleicht genau deshalb suche ich solche Momente immer wieder bewusst auf.

    Denn jeder einzelne von ihnen macht den Menschen, der ich sein möchte, ein kleines Stück stärker.

  • Im Rhythmus des Morgens

    Im Rhythmus des Morgens

    Meine Mutter hing einst einen Zeitungsartikel in unserer Küche auf: „Schlauer in Mathe durch Frühstück.“

    In Mathe war ich als Jugendliche allerdings eher so: Ist es zu einfach, ist es falsch. Dort fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass das Wort „ungenügend“ erstaunlich lang ist. Meine Noten änderte das Frühstück jedenfalls nicht – obwohl ich ohnehin jeden Morgen gerne frühstückte.

    Mein Vater weckte mich rechtzeitig, sodass ich noch in Ruhe an unserem kleinen Küchentisch sitzen konnte. Während meine Oma geschäftig durch die Küche wuselte, standen für uns Kinder immer viele gute Lebensmittel bereit: frisches Obst, Cerealien, selbstgebackenes Brot und verschiedener Aufschnitt. Es war ganz selbstverständlich, den Tag gemeinsam mit einem Frühstück zu beginnen.

    Viele Jahre später, während meines Sportstudiums, sah mein Morgen ganz anders aus. Bei bis zu sieben aktiven Sportstunden am Tag verlangte mein Körper nach deutlich mehr Energie. Zuhause gab es meist Brot oder Haferflocken. Obst für unterwegs mitzunehmen war dagegen schwierig. Entweder passte es nicht mehr in meine Tasche oder es kam zerdrückt zwischen Heften und Ordnern an und hinterließ dort einen ganz eigenen Duft.

    Also kaufte ich mir einen Mixer.

    Mittlerweile ist es bereits der dritte. Ohne ihn möchte ich eigentlich nicht mehr sein. Ein Pürierstab funktioniert zwar auch, aber längst nicht so unkompliziert.

    Die Zutaten meines Frühstücks haben sich über die Jahre immer wieder verändert – und wahrscheinlich werden sie das auch weiterhin tun. Sie richten sich nach meinem Geschmack, meinen aktuellen Bedürfnissen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und natürlich nach der Jahreszeit.

    Im Moment schmeckt und tut mir diese Mischung besonders gut:

    Milch, Quark, Haferflocken, Leinöl, Wasser, gemahlene Haselnüsse, ein Apfel mit Schale, eine Banane (ohne Schale ;D), Beeren

    Früher dachte ich, Frühstück sei einfach die erste Mahlzeit des Tages. Heute empfinde ich es als einen ruhigen Beginn. Ich nehme mir bewusst Zeit, meinen Körper mit dem zu versorgen, was er gerade braucht. Nicht jeder Morgen sieht gleich aus – und genau das macht für mich den Rhythmus des Lebens aus.

    Ob Frühstück tatsächlich schlauer in Mathe macht, weiß ich bis heute nicht. Mir schenkt es aber etwas anderes: einen guten Start in den Tag.