Schlagwort: Körper in Balance

  • Unser kleines Trainingsritual

    Ich mache schon mein ganzes Leben lang Sport.

    Er gehört für mich zum Leben dazu. Und ich denke, gerade auch zu einem gesunden Leben.

    Viele Übungen machen mir richtig Spaß.

    Beinahe jeden Abend gehen wir es an.

    Einer von uns fährt den Rechner hoch, der andere holt die Trainingsmatten. Wir stellen frisches Wasser bereit und ziehen unsere bequeme Sportkleidung an.

    Ein richtiges Miniritual, das uns auf das Training einstimmt.

    Wir lächeln uns an – mal mehr, mal weniger müde, aber mit wachsender Begeisterung.

    Viele Übungen und ihre Ausführungen sind uns mittlerweile geläufig. Wir haben definitiv unsere Lieblingsübungen und seufzen lächelnd auf, wenn herausfordernde Übungen auf uns zukommen.

    Dennoch genießen wir es, wenn uns auf dem Bildschirm ein freundlicher Mensch noch einmal alles genau erklärt, uns während der Übungen an die Atmung oder die korrekte Ausführung erinnert, uns mit einem „Durchhalten!“ motiviert und mit einem „Noch einmal alles anspannen!“ die letzten Reserven anzapfen lässt.

    Manchmal nur 10 Minuten, ab und an 20 Minuten, seltener 30 Minuten.

    Wir mögen ganzheitliche Übungen und große Bewegungen und gehen im Laufe einer Woche alle Muskelgruppen durch.

    Nach dem Training loben wir uns gegenseitig. Wir besprechen die ein oder andere Übung noch einmal und klopfen uns selbst auf die Schulter.

    Das Gehirn lernt: Das war eine gute Sache. Das möchten wir bald wieder machen.

    Wir sind fit im Alltag. Achten auf unsere Gelenke. Erzwingen nichts.

    Ein richtig gutes Gefühl.

  • Unterwegs

    Unterwegs

    Ich liebe Spaziergänge und Wanderungen. Ich mag dieses stetige In-Bewegung-Sein und wie sich die Umgebung während eines Spaziergangs verändert. Die Atmung fließt dabei von ganz alleine und der Körper wird durchlässig.

    Gestern Abend fand in Koblenz das jährliche Rhein in Flammen statt. Bisher kannte ich dieses beeindruckende Ereignis aus Bonn und wollte mir nun einen Eindruck von Koblenz machen.

    Von meiner ehemaligen Uni bis zum Deutschen Eck sind es etwa 4,5 Kilometer – in ungefähr einer Stunde zu erreichen.

    Start unserer Wanderung waren der Uni-Parkplatz und der Campus. Ich erklärte und zeigte meinem Lieblingsmenschen die Gebäude und es entwickelte sich ein Gespräch über Fähigkeiten und darüber, wie sich Ziele im Laufe eines Lebens verändern können.

    Wir fanden einen Weg zur Mosel und liefen entlang der Promenade an vielen kleineren und größeren Yachten vorbei.

    Über die Fußgänger-Stahlbrücke, den Wehrsteg, überquerten wir die Mosel an ihrer letzten Staustufe. Etwa zehn Meter unter uns konnten wir in die Schleusenkammern schauen. Neben uns rauschte die Mosel am Wehr einige Meter hinab und weiter Richtung Rhein.

    Ab hier wurde die Promenade immer voller. Und schon von Weitem sahen wir das Riesenrad locken.

    Ein wunderschöner Abend, ein traumhafter Spaziergang und natürlich:

    zurück auch.

  • Johannisbeeren – ein Sommerritual

    Johannisbeeren – ein Sommerritual

    Es gibt Rituale, auf die ich mich jedes Jahr aufs Neue freue. Eines davon beginnt an einem Sommermorgen – barfuß auf der taunassen Wiese, mit einer leeren Schale in der Hand und dem Weg zu unserem alten Johannisbeerstrauch.

    Wir haben einen sehr üppigen und alten Johannisbeerstrauch im Garten. Seine Früchte leuchten, wenn sie reif sind, in einem durchscheinenden Rot. Zwischen Juni und August darf ich dort reichlich ernten.

    Vor dem Frühstück schnappe ich mir eine Schale und gehe barfuß über die vom Morgentau feuchte Wiese zu dem Strauch. In der aufgehenden Sonne pflücke ich eine halbe Schale voll dieser leckeren Früchte.

    Von jeder Rispe nehme ich nur die größten, prallsten und reifsten Johannisbeeren. Meist sitzen sie ganz oben.

    Glücklich über diese Ernte aus dem eigenen Garten gebe ich die Johannisbeeren anschließend in meinen Mixer zu den anderen Zutaten für mein Frühstück.

    Heute holte ich mir die letzten guten Johannisbeeren. Die verbliebenen Früchte sind inzwischen eingetrocknet oder werden bereits von anderen Gartentieren genossen. Für mich ist das ein Zeichen, dass die Johannisbeerzeit für dieses Jahr zu Ende geht.

    Über dem Johannisbeerstrauch breiten sich die Äste unseres Apfelbaums aus. Zwischen den Blättern hängen bereits kleine, aber kräftige Äpfel. Während ich nach oben schaue, freue ich mich schon auf das, was als Nächstes kommt.

    Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen kleinen Schätze hervor. Ich genieße sie, solange sie da sind, und freue mich auf das Wiedersehen im nächsten Jahr.