Schlagwort: Glücksmomente

  • Fundstücke

    Fundstücke

    Sommer.

    Der Rhein hat seinen historischen Tiefstand erreicht.

    Es zieht uns nach draußen. Mit dreien meiner Lieblingsmenschen schlendere ich durch die Natur – mehr fokussiert als zielorientiert.

    Im Gepäck befinden sich frische, kühle Weintrauben, zarte Butterkekse, lockeres Sauerteigbrot und reichlich prickelndes Wasser.

    Wir pflücken reife, überreife und auch noch unreife Brombeeren. Wir empfinden die trockengelegten Algen als bizarr. Lassen uns gerne vom starken Wind erfassen und uns die Haare durcheinanderwirbeln.

    Wir lachen, staunen und genießen.

    Wir suchen, entdecken und kreieren.

    Ein langer Tag, der viel zu schnell zu Ende ging.

    Erfüllt und taub vor Glück lehnen wir uns am Abend zurück und verschwenden unsere Zeit mit den allerschönsten Momenten des Tages. Wir lassen sie nachklingen, denn es gibt nichts anderes zu tun.

    Ein paar Momente später erfasst uns dieses Glück erneut, als wir den Rucksack leeren und Muscheln, Steine, Federn und jede Menge Sand in unseren Händen halten.

    Das war ein bleibender Moment.

  • Kleine Erfolge feiern

    Kleine Erfolge feiern

    Ich möchte Erfolge würdigen.

    Nicht, um das große Ziel aus den Augen zu verlieren, sondern weil jeder einzelne Schritt bereits Teil des Weges ist.

    Oft höre ich den Satz: „Feiere kleine Erfolge, aber verliere das Ziel nicht aus den Augen.“ Er klingt zunächst sinnvoll. Und doch frage ich mich, ob der zweite Teil nicht manchmal die Freude über den gerade erreichten Schritt wieder etwas kleiner macht.

    Wenn wir einen Erfolg erleben, dürfen wir ihn doch einfach genießen.

    Vielleicht fühlen wir uns danach ein wenig mutiger. Ein wenig stabiler. Ein wenig reflektierter. Vielleicht entdecken wir Fähigkeiten in uns, die wir vorher gar nicht gesehen haben.

    Das große Ganze – meine Träume, meine Werte oder das, worauf es mir im Leben wirklich ankommt – trage ich ohnehin in mir. Genau deshalb bewege ich mich ja Schritt für Schritt darauf zu.

    Jede Etappe macht den neuen Zustand ein Stück vertrauter.

    Heute Morgen zog es mich in den Wald.

    Ich suchte Bewegung und gleichzeitig Entspannung.

    Dort wird mir immer wieder bewusst, dass der Wald etwas viel Größeres ist als ich selbst. Ich nehme seine Vielfalt wahr, seine Kraft und seine Ruhe. Alles scheint seinen Platz zu haben. Alles wirkt im Gleichgewicht.

    Ich lasse mich von den Gerüchen tragen, beobachte das wechselnde Licht zwischen den Bäumen und die vielen Grüntöne des Waldes.

    Zwei Rehkitze nehmen mich kaum wahr. Und ich sie ebenso wenig.

    Während dieser Zeit im Wald entsteht etwas Besonderes.

    Innerer Frieden.

    Vertrauen.

    Glücksgefühl.

    Dieser Moment vergeht.

    Doch er hinterlässt etwas in mir.

    Vielleicht genau deshalb suche ich solche Momente immer wieder bewusst auf.

    Denn jeder einzelne von ihnen macht den Menschen, der ich sein möchte, ein kleines Stück stärker.