Schlagwort: Gewohnheiten

  • Lebensfreude zwischen den Stufen

    Lebensfreude zwischen den Stufen

    In meinem Elternhaus hatten wir viele Treppen mit vielen Stufen.

    Und da ich ein aktives Kind war, das sich gerne selbst durch Rennen beschleunigte, waren Treppen jeder Art für mich das reinste Spieleparadies.

    Hochrennen. Eine oder zwei Stufen überspringen. Noch mehr, wenn man sich dabei am Geländer schwungvoll nach oben zog. Auf allen Vieren – rasend schnell.

    Abwärts auf dem Treppengeländer rutschen, trippeln, mit beiden Beinen hüpfen oder tanzend im 1-2er-Rhythmus die Stufen hinunterhopsen.

    Ein Riesenspaß für mich als Kind.

    Wer weiß – vielleicht habe ich daher heute meine kraftvollen Sprunggelenke. 🙂

    Ich gehe noch immer gerne Treppen.

    Prachtvolle Aufgänge in Parks und Innenstädten genauso wie die Treppen im Parkhaus.

    Auch in meinem jetzigen Zuhause habe ich einige davon und benutze sie gerne ganz bewusst. Mit Wäschekörben, Einkaufstaschen oder Schwimmtaschen. Schwungvoll, kraftvoll und meistens fröhlich.

    Und manchmal auch ganz ohne etwas in den Händen.

    Dann sind da wieder diese kleinen Tanzeinlagen auf meinen Treppen.

    Bewegung muss für mich nicht immer erst beginnen, wenn ich Sportkleidung anziehe.

    Manchmal liegt sie einfach zwischen zwei Etagen.

  • Unser kleines Trainingsritual

    Ich mache schon mein ganzes Leben lang Sport.

    Er gehört für mich zum Leben dazu. Und ich denke, gerade auch zu einem gesunden Leben.

    Viele Übungen machen mir richtig Spaß.

    Beinahe jeden Abend gehen wir es an.

    Einer von uns fährt den Rechner hoch, der andere holt die Trainingsmatten. Wir stellen frisches Wasser bereit und ziehen unsere bequeme Sportkleidung an.

    Ein richtiges Miniritual, das uns auf das Training einstimmt.

    Wir lächeln uns an – mal mehr, mal weniger müde, aber mit wachsender Begeisterung.

    Viele Übungen und ihre Ausführungen sind uns mittlerweile geläufig. Wir haben definitiv unsere Lieblingsübungen und seufzen lächelnd auf, wenn herausfordernde Übungen auf uns zukommen.

    Dennoch genießen wir es, wenn uns auf dem Bildschirm ein freundlicher Mensch noch einmal alles genau erklärt, uns während der Übungen an die Atmung oder die korrekte Ausführung erinnert, uns mit einem „Durchhalten!“ motiviert und mit einem „Noch einmal alles anspannen!“ die letzten Reserven anzapfen lässt.

    Manchmal nur 10 Minuten, ab und an 20 Minuten, seltener 30 Minuten.

    Wir mögen ganzheitliche Übungen und große Bewegungen und gehen im Laufe einer Woche alle Muskelgruppen durch.

    Nach dem Training loben wir uns gegenseitig. Wir besprechen die ein oder andere Übung noch einmal und klopfen uns selbst auf die Schulter.

    Das Gehirn lernt: Das war eine gute Sache. Das möchten wir bald wieder machen.

    Wir sind fit im Alltag. Achten auf unsere Gelenke. Erzwingen nichts.

    Ein richtig gutes Gefühl.

  • Im Rhythmus des Morgens

    Im Rhythmus des Morgens

    Meine Mutter hing einst einen Zeitungsartikel in unserer Küche auf: „Schlauer in Mathe durch Frühstück.“

    In Mathe war ich als Jugendliche allerdings eher so: Ist es zu einfach, ist es falsch. Dort fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass das Wort „ungenügend“ erstaunlich lang ist. Meine Noten änderte das Frühstück jedenfalls nicht – obwohl ich ohnehin jeden Morgen gerne frühstückte.

    Mein Vater weckte mich rechtzeitig, sodass ich noch in Ruhe an unserem kleinen Küchentisch sitzen konnte. Während meine Oma geschäftig durch die Küche wuselte, standen für uns Kinder immer viele gute Lebensmittel bereit: frisches Obst, Cerealien, selbstgebackenes Brot und verschiedener Aufschnitt. Es war ganz selbstverständlich, den Tag gemeinsam mit einem Frühstück zu beginnen.

    Viele Jahre später, während meines Sportstudiums, sah mein Morgen ganz anders aus. Bei bis zu sieben aktiven Sportstunden am Tag verlangte mein Körper nach deutlich mehr Energie. Zuhause gab es meist Brot oder Haferflocken. Obst für unterwegs mitzunehmen war dagegen schwierig. Entweder passte es nicht mehr in meine Tasche oder es kam zerdrückt zwischen Heften und Ordnern an und hinterließ dort einen ganz eigenen Duft.

    Also kaufte ich mir einen Mixer.

    Mittlerweile ist es bereits der dritte. Ohne ihn möchte ich eigentlich nicht mehr sein. Ein Pürierstab funktioniert zwar auch, aber längst nicht so unkompliziert.

    Die Zutaten meines Frühstücks haben sich über die Jahre immer wieder verändert – und wahrscheinlich werden sie das auch weiterhin tun. Sie richten sich nach meinem Geschmack, meinen aktuellen Bedürfnissen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und natürlich nach der Jahreszeit.

    Im Moment schmeckt und tut mir diese Mischung besonders gut:

    Milch, Quark, Haferflocken, Leinöl, Wasser, gemahlene Haselnüsse, ein Apfel mit Schale, eine Banane (ohne Schale ;D), Beeren

    Früher dachte ich, Frühstück sei einfach die erste Mahlzeit des Tages. Heute empfinde ich es als einen ruhigen Beginn. Ich nehme mir bewusst Zeit, meinen Körper mit dem zu versorgen, was er gerade braucht. Nicht jeder Morgen sieht gleich aus – und genau das macht für mich den Rhythmus des Lebens aus.

    Ob Frühstück tatsächlich schlauer in Mathe macht, weiß ich bis heute nicht. Mir schenkt es aber etwas anderes: einen guten Start in den Tag.