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  • Im Rhythmus des Morgens

    Im Rhythmus des Morgens

    Meine Mutter hing einst einen Zeitungsartikel in unserer Küche auf: „Schlauer in Mathe durch Frühstück.“

    In Mathe war ich als Jugendliche allerdings eher so: Ist es zu einfach, ist es falsch. Dort fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass das Wort „ungenügend“ erstaunlich lang ist. Meine Noten änderte das Frühstück jedenfalls nicht – obwohl ich ohnehin jeden Morgen gerne frühstückte.

    Mein Vater weckte mich rechtzeitig, sodass ich noch in Ruhe an unserem kleinen Küchentisch sitzen konnte. Während meine Oma geschäftig durch die Küche wuselte, standen für uns Kinder immer viele gute Lebensmittel bereit: frisches Obst, Cerealien, selbstgebackenes Brot und verschiedener Aufschnitt. Es war ganz selbstverständlich, den Tag gemeinsam mit einem Frühstück zu beginnen.

    Viele Jahre später, während meines Sportstudiums, sah mein Morgen ganz anders aus. Bei bis zu sieben aktiven Sportstunden am Tag verlangte mein Körper nach deutlich mehr Energie. Zuhause gab es meist Brot oder Haferflocken. Obst für unterwegs mitzunehmen war dagegen schwierig. Entweder passte es nicht mehr in meine Tasche oder es kam zerdrückt zwischen Heften und Ordnern an und hinterließ dort einen ganz eigenen Duft.

    Also kaufte ich mir einen Mixer.

    Mittlerweile ist es bereits der dritte. Ohne ihn möchte ich eigentlich nicht mehr sein. Ein Pürierstab funktioniert zwar auch, aber längst nicht so unkompliziert.

    Die Zutaten meines Frühstücks haben sich über die Jahre immer wieder verändert – und wahrscheinlich werden sie das auch weiterhin tun. Sie richten sich nach meinem Geschmack, meinen aktuellen Bedürfnissen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und natürlich nach der Jahreszeit.

    Im Moment schmeckt und tut mir diese Mischung besonders gut:

    Milch, Quark, Haferflocken, Leinöl, Wasser, gemahlene Haselnüsse, ein Apfel mit Schale, eine Banane (ohne Schale ;D), Beeren

    Früher dachte ich, Frühstück sei einfach die erste Mahlzeit des Tages. Heute empfinde ich es als einen ruhigen Beginn. Ich nehme mir bewusst Zeit, meinen Körper mit dem zu versorgen, was er gerade braucht. Nicht jeder Morgen sieht gleich aus – und genau das macht für mich den Rhythmus des Lebens aus.

    Ob Frühstück tatsächlich schlauer in Mathe macht, weiß ich bis heute nicht. Mir schenkt es aber etwas anderes: einen guten Start in den Tag.