Es gibt Tage, an denen wacht man morgens auf und fühlt sich klein und schwach.
Man schaut sachte aus seinem Bettenberg in den Raum und möchte sich am liebsten gleich wieder darin eingraben und dort bleiben.
Unter der Decke ist es warm und unkompliziert.
Wenn es mir morgens schon so ergeht, dann achte ich an diesem Tag ganz besonders auf mich.
Ich gehe noch etwas langsamer und mit viel Mitgefühl für mich selbst in den Tag. Ich nehme den Druck heraus, weil ich weiß, dass ich sonst nur schwer durch diesen Tag kommen würde.
An solchen Tagen nehme ich mir nichts zusätzlich vor – außer dem, was sowieso schon geplant ist.
Wenn möglich, nehme ich davon sogar noch etwas weg.
An Schwung und Elan ist nicht zu denken.
Ich musste erst mit der Zeit lernen, mich an solchen Tagen nicht noch zusätzlich zu überfordern. Nicht gegen mich selbst anzukämpfen, nur weil ich heute weniger Energie habe als gestern.
Der Kaffee wird langsamer getrunken.
Vielleicht auch einer mehr.
Beim Kochen bleibt es bei der einfachen Variante. Im Haushalt bei dem, was wirklich sein muss. Beim Arbeitspensum genauso.
Man schleppt sich ein wenig durch den Tag und nimmt sich öfter Pausen heraus.
Bleibt hier und da einfach mal stehen.
Atmet ein paar bewusste Atemzüge.
Die Haut fühlt sich dünn und empfindlich an.
Dabei müssen die Gedanken gar nicht trübe sein.
Man ist irgendwie neutral. Ausgeglichen. Nicht besonders leicht aus der Ruhe zu bringen.
Nur empfindlicher.
Eine Mimose eben.
Und vielleicht ist das gar nicht schlimm.
So ein Tag endet bei mir meistens auf dem Sofa. Mit einem Buch, Tee und einem Kreuzworträtsel.
Ruhig.
Ohne große Erwartungen.
Und genauso überraschend, wie wenig Kraft an manchen Tagen schon beim ersten Augenöffnen da ist, ist es an anderen Tagen genau umgekehrt.
Da ist der Schwung schon da, bevor ich überhaupt richtig wach bin.
Dann möchte ich aufstehen. Machen. Erleben.
Beides gehört zu mir.
Vielleicht muss ich deshalb gar nicht jeden Morgen versuchen, dieselbe Version von mir zu sein.
Manche Tage dürfen leise sein.

