Kategorie: Alltags-Harmonie (Bewegung im Leben)

Dieser Ordner zeigt, wie mühelos Bewegung in den Alltag integriert werden kann, ohne Druck zu erzeugen.

  • Solingen

    Solingen

    Solingen liegt eine Stunde Autofahrt von hier entfernt, hinter Leverkusen.

    Ich war noch nie dort, aber einer meiner Lieblingsmenschen hatte dort einen wichtigen Termin und ich wurde gefragt, ob ich begleiten möchte.

    Sehr gerne. Ich nahm mir dafür Zeit.

    Unseren Proviant für die Fahrt verdrückten wir schon auf der Hinreise: Wraps, belegte Brötchen und Tee. Mein Smoothie natürlich mit dabei.

    Wie aufregend. Eine mir unbekannte Stadt und einiges an Zeit, um vieles anzuschauen.

    Ich beschloss, nicht zur höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands zu fahren, sondern das Auto in der Stadt geparkt zu lassen und Solingen zu Fuß zu erkunden.

    Breite Fußgängerpassagen und viele Spielgeräte für Kinder. Viele Wasserfälle und Wassersprenkler. Überhaupt waren viele Menschen mit ihren Kindern unterwegs – klar, es sind ja auch noch Sommerferien.

    Insgesamt bekam ich einen Eindruck von sehr entspannten Menschen in Solingen. Naturverbunden, vieles fand draußen auf den Straßen statt. Menschen saßen in großen Gruppen zusammen. Alle sehr freundlich.

    Ich beschloss, zuerst die Innenstadt und einige Geschäfte anzulaufen. Solingen hat viele offene Plätze zum Verweilen und interessante Kirchen, an denen ich vorbeischlenderte.

    Im Bereich der Scheidter Straße und Dammstraße kam ich schließlich auf die Korkenziehertrasse und startete dort meine Wanderung durch und unter Solingen hindurch.

    Ein grüner Streifen, der sich mitten durch die Stadt zieht.

    An den Stellen, an denen man die Korkenziehertrasse über Treppen nach links oder rechts verlassen konnte, standen Informationstafeln. Historisches Wissen, portioniert verpackt. Kulturelles und Aktuelles nicht nur zum Anschauen, sondern auch erklärt.

    Ich folgte der Korkenziehertrasse bis zum Südpark.

    Nach vier Stunden Laufen und Erkunden setzte ich mich mit einem Buch aus einem der von mir so geliebten Bücherschränke – ja, die gibt es auch in Solingen – zu einem Kaffee auf ein bequemes Sofa und genoss es, einfach nichts tun zu müssen und zu können, außer diese Lektüre zu genießen.

    Eine amerikanische Ärztin auf der Reise mit Aborigines durch die Wüste, die sie in ihren Grundzügen verändert hat.

    Meine Wanderung durch Solingen über die Korkenziehertrasse hat mich nicht grundlegend verändert.

    Aber ein wenig vielleicht schon.

  • Putztag

    Putztag

    Einmal in der Woche ist Großputz angesagt.

    Dann ist es Zeit für Böden wischen, Teppiche ausklopfen und Staubwischen.

    Spätestens, wenn mich zum dritten Mal auf meinem Parkett ein Wollhaarknäuel der Katzen beim Laufen überholt, wird es Zeit für den Großputz.

    Über drei Etagen, über 100 Quadratmeter, durch sieben Zimmer und drei Badezimmer. Reichlich Platz für Staub, der sich bei uns ablagern möchte.

    Bei mir muss nicht alles so ordentlich sein, dass man immer alles direkt wegräumen muss. Die kreativen Flächen – Sofa, Schreibtisch, Basteltisch, Nähzimmer – dürfen auch zeigen, dass sie aktuell ein Projekt beherbergen.

    Aber klinisch rein mögen wir es schon.

    Also wird viel Wasser benutzt und sinnvoll von oben nach unten gearbeitet. Fenster und Türen werden weit geöffnet, um dem Staub den Weg nach draußen zu zeigen. Kissen und Decken werden entweder gewaschen oder draußen ausgeklopft.

    Alle Oberflächen werden gewischt: Türrahmen, Bilderrahmen, Regale, Lampen.

    Die Ecken der Treppen werden ausgewischt. Ich klettere auf Stühle, um auf den Schränken zu wischen.

    Putze ich alleine, läuft schöne Musik dabei. Und putzen wir gemeinsam, dann sind wir wie ein kleiner blitzblanker Tornado im Haus.

    Nach spätestens drei Stunden glänzt das Haus – und wir müssen duschen.

    Es gibt kaum ein entspannteres Gefühl, das man sich so bequem jede Woche selbst geben kann: frisch geduscht in einer sauberen Umgebung auf dem Sofa liegen.

  • Lebensfreude zwischen den Stufen

    Lebensfreude zwischen den Stufen

    In meinem Elternhaus hatten wir viele Treppen mit vielen Stufen.

    Und da ich ein aktives Kind war, das sich gerne selbst durch Rennen beschleunigte, waren Treppen jeder Art für mich das reinste Spieleparadies.

    Hochrennen. Eine oder zwei Stufen überspringen. Noch mehr, wenn man sich dabei am Geländer schwungvoll nach oben zog. Auf allen Vieren – rasend schnell.

    Abwärts auf dem Treppengeländer rutschen, trippeln, mit beiden Beinen hüpfen oder tanzend im 1-2er-Rhythmus die Stufen hinunterhopsen.

    Ein Riesenspaß für mich als Kind.

    Wer weiß – vielleicht habe ich daher heute meine kraftvollen Sprunggelenke. 🙂

    Ich gehe noch immer gerne Treppen.

    Prachtvolle Aufgänge in Parks und Innenstädten genauso wie die Treppen im Parkhaus.

    Auch in meinem jetzigen Zuhause habe ich einige davon und benutze sie gerne ganz bewusst. Mit Wäschekörben, Einkaufstaschen oder Schwimmtaschen. Schwungvoll, kraftvoll und meistens fröhlich.

    Und manchmal auch ganz ohne etwas in den Händen.

    Dann sind da wieder diese kleinen Tanzeinlagen auf meinen Treppen.

    Bewegung muss für mich nicht immer erst beginnen, wenn ich Sportkleidung anziehe.

    Manchmal liegt sie einfach zwischen zwei Etagen.

  • Unterwegs

    Unterwegs

    Ich liebe Spaziergänge und Wanderungen. Ich mag dieses stetige In-Bewegung-Sein und wie sich die Umgebung während eines Spaziergangs verändert. Die Atmung fließt dabei von ganz alleine und der Körper wird durchlässig.

    Gestern Abend fand in Koblenz das jährliche Rhein in Flammen statt. Bisher kannte ich dieses beeindruckende Ereignis aus Bonn und wollte mir nun einen Eindruck von Koblenz machen.

    Von meiner ehemaligen Uni bis zum Deutschen Eck sind es etwa 4,5 Kilometer – in ungefähr einer Stunde zu erreichen.

    Start unserer Wanderung waren der Uni-Parkplatz und der Campus. Ich erklärte und zeigte meinem Lieblingsmenschen die Gebäude und es entwickelte sich ein Gespräch über Fähigkeiten und darüber, wie sich Ziele im Laufe eines Lebens verändern können.

    Wir fanden einen Weg zur Mosel und liefen entlang der Promenade an vielen kleineren und größeren Yachten vorbei.

    Über die Fußgänger-Stahlbrücke, den Wehrsteg, überquerten wir die Mosel an ihrer letzten Staustufe. Etwa zehn Meter unter uns konnten wir in die Schleusenkammern schauen. Neben uns rauschte die Mosel am Wehr einige Meter hinab und weiter Richtung Rhein.

    Ab hier wurde die Promenade immer voller. Und schon von Weitem sahen wir das Riesenrad locken.

    Ein wunderschöner Abend, ein traumhafter Spaziergang und natürlich:

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